Interview Kay-Uwe Lork | CottonBox L.E.

Nachdem wir euch mit „Urban Stylistics“ im vorigen Teil unserer Partner-Store-Interview-Reihe einen Streetwear-Onlineshop vorgestellt haben, ist mit der CottonBox aus Leipzig heute mal wieder ein lokaler Retailer am Zug.

Cottonbox

 

HALLO KAY, STELL DICH DOCH BITTE KURZ VOR.

Moin Moin zusammen, ich bin Kay-Uwe und betreibe mit dem „Fuck You Too Skateshop“ seit über 14 Jahren, den mittlerweile ältesten Boardsport-Store Ostdeutschlands. Wie bereits erwähnt, bin ich zudem als Inhaber der „CottonBox“ in der Südvorstadt am Start.

WAS IST MOMENTAN DEIN PERSÖNLICHES LIEBLINGS-OUTFIT?

Sweater: Ontour, T-Shirt: Pleasant Beef, Denim: Altamont & Sneaker: Jt’s

WAS WAR DEIN PEINLICHSTER MODE-FEHLGRIFF?

(Gelächter) In jungen Jahren habe ich sicher das ein oder andere Mal „einige“ Nummern zu große Shirts getragen…

WIE WÜRDEST DU EUER STORE-KONZEPT BESCHREIBEN?

Momentan vollziehen wir gerade eine sortimentspolitische Umstrukturierungsphase. D.h., dass wir uns z.Z. im so genannten „Upper Streetfashion-Segment“, mit Marken wie Wood Wood oder Northern Project, positionieren.

WAS GEFÄLLT DIR AN PLEASANT BEEF?

Wir stehen nun mal auf junge Brands, die mit innovativen Styles für frischen Wind sorgen.

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WELCHE BRANDS SIND BEI DIR MOMENTAN NOCH SO ANGESAGT?

Neben den oben bereits genannten, finden wir auch Supreme Beeing und Sixpack France gut.

WELCHE TRENDS PROGNOSTIZIERST DU FÜR DIE NÄCHSTE SAISON?

Qualitativ hochwertige Produkte werden weiter an Bedeutung gewinnen, weswegen der Kunde auch zunehmend bereit sein wird, einen entsprechenden Preis dafür zu zahlen.

BEI WELCHER STYLING-SÜNDE FEHLEN DIR DIE WORTE?

Hah und Ähm, da fällt mir gerade nichts zu ein… (Grinsen)

DEIN LIEBLINGSBUCH, DEIN LIEBLINGSFILM & DEIN LIEBLINGSALBUM SIND?

Buch: „Das verlorene Symbol“ von Dan Brown, Film: „Es war einmal in Amerika“, Album: „Work“ von Shout out Louds

WAS MACHST DU IN 20 JAHREN?

Ich betreibe mit euch ein globales Pop-up-Store-Filialnetz für ökumenische Thrombose-Strümpfe (erneutes Gelächter).

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BROOKLYN ZOO, SHAME ON YOU, WHEN YOU STEP THROUGH TO…

Vergangene Woche wäre Russell Tyrone Jones aka Ol´Dirty Bastard, das zweifellos kontroverseste Wu-Tang-Clan-Gründungsmitglied, 42 Jahre alt geworden. Doch sein exzessiver Lebenswandel hatte zur Folge, dass der in Brooklyn aufgewachsene Ausnahme-Rapper bereits 2004, zwei Tage vor seinem 36. Geburtstag, nicht völlig überraschend, aber dennoch viel zu früh in einem New Yorker Tonstudio das Zeitliche segnete. Spätestens seit mir O.D.B. 1996 auf einem seiner wenigen Europa-Konzerte, eine halb volle Flasche Jack Daniels in die Hand drückte, ist mir jedenfalls klar, dass „Big Baby Jesus“ definitiv nicht zur Fraktion der Kostverächter zählte. Im stillen, oder doch wohl eher lauten Gedenken hier deshalb noch mal sein legendärster Track „Brooklyn Zoo“.

CONTEMPORARY DRAWINGS BY „REEY WHAAR“ MOSCOW

Der russische Künstler Reey Whaar besitzt nicht nur das handwerkliche Rüstzeug, um technisch ausgereifte Zeichnungen, Grafiken und Illustrationen zu kreieren, sondern verfügt darüber hinaus über eine ordentliche Priese gesellschaftskritischen Humor, der seine Werke zu echten Liebhaberstücken werden lässt. Einige seiner Arbeiten sind auf der interaktiven Künstlerplattform Behance Network zu sehen, die Kreativen aus der ganzen Welt als attraktives Präsentationsportal dient.

ZEBULLE GRAFFITI ANIMATION

Der französische Video-Künstler Arnaud Jourdain hat als Hommage an Serge Gainsbourg einen wirklich sehenswerten Animations-Clip geschaffen, in dem er eine Pariser Graffiti-Wall in ihre über Jahre hinweg entstandenen Ebenen kunstvoll zerlegt. Beeindruckend ist dabei vor allem die gelungene Symbiose aus bildender Kunst und computergestützten Technologien. Trés chic!

STEFAN SAGMEISTER VIDEO-PORTRAIT

Um lebende Legenden ranken sich bekanntermaßen mitunter die wildesten Gerüchte. Nicht so allerdings bei Grafikdesign- und Typografie-Ikone Stefan Sagmeister. Schließlich ist der in New York City lebende gebürtige Österreicher für seine offene und vor allem kommunikative Art bekannt. Aussagen, wie „Zu denken, dass in Zukunft alles besser wird, ist dumm. Man muss jetzt leben.“ dürften dabei mittlerweile Kultstatus besitzen. Wer mehr über den sympathischen Kosmopoliten erfahren möchte, sollte sich das folgende Video-Portrait als Appetizer daher keinesfalls entgehen lassen.

MISHKA LOOKBOOK FALL 2010 BY ELLEN STAGG

So wie wir das sehen, ist Miskha das zur Zeit wohl angesagteste nordamerikanische Streetwearlabel, welches sich in Vergangenheit jedoch hauptsächlich auf die Einkleidung der modebewussten Männerwelt beschränkte. Dass die sowjetinspirierte Design-Schmiede aber durchaus auch so einiges für trendsensible Zeitgenossinnen zu bieten hat, beweist ihr aktuelles Lookbook. Wir für unseren Teil hätten übrigens nichts dagegen, wenn sich die darin proklamierte Freizügigkeit auch diesseits des großen Teiches bei der holden Weiblichkeit durchsetzen würde.

FUCK THE RAIN

Auch wenn sich der Herbst in den letzten Tagen von seiner Schokoladenseite gezeigt hat, gilt er unter Bauernweisheitsfanatikern völlig zu Recht als die regnerischste Jahreszeit. Wer den früher oder später unweigerlich einsetzenden „rainy Days“ so gar nichts abgewinnen kann und seinen diesbezüglichen Unmut gegenüber dem Wettergott persönlich zum Ausdruck bringen möchte, kann dies mit dem Fuck-the-Rain-Umbrella von Artemy Lebedev und Anton Schnaider auf unnachahmliche Weise tun. Den schicken Schirm gibt´s übrigens schon für sonnige 36,-€, weswegen die nächsten Regenschauer getrost heranziehen dürfen.